Mittwoch, 9. November 2011

Pimp + paint die kaputte Lieblingshose

... oder: Wie stopft man eine Hose mal schnell so, dass man kaum gar nicht sieht, dass man es eigentlich nicht kann?

Zeitgleich ist mein erstes Tutorial übrigens mein erster Beitrag zum CreaDienstag.

Die Tage kam Tochter.Groß mit kaputter Hose nach Hause. Total durchgescheuert und gerissen am Knie - normale Flicken sind ja wahnsinnig langweilig und bei einer Siebenjährigen hält ein stinknormaler Bügelflicken auch nicht wirklich lange. Laufen, hocken, springen, rutschen und puhlen tun da ihre Dienste. "Mama, morgen möchte ich die wieder anziehen". Nichts leichter als das!


Benötige Zutaten sind:

- die kaputte Jeans
- Nähmaschine, entweder mit Garn in passender oder Kontrastfarbe -> gerade bei engen (Kinder-)Jeans benötigt ihr eine Nähmaschine mit Freiarm!
- Stück alter Jeans (etwas größer als das Loch; hier doppelt so groß, weil die Knie arg angescheuert sind)
- etwas Vliesofix
- Stoffmalfarbe in schwarz und metallic
- zwei Pinsel, z.B. Gr. 4 und Gr. 6
- etwas Webband
- Stylefix
- Schere, Stift, Maßband, Bügeleisen, Backpapier, ggf. Stecknadeln

Zubereitung:

So, los geht's. Mit dem Maßband wird die Hosenbreite am Knie abgemessen und das auf dem Reststück Jeans markiert. Braucht man für beide Knie Flicken, steckt man einfach zwei Jeansstücke aufeinander oder nimmt, so wie ich hier, einfach ein Stück Hosenbein einer alten Jeans.

Dann geht's ans großzügige Malen, z.B. eines Kreises, Sterns, Herzens oder anderem flächigen Motiv. Dabei darauf achten, dass das Motiv immer noch größer ist als das Loch. Ich fahre mit ungefähr 1cm extra ganz gut.


Die alte Jeans wird aufgeschnitten oder das Motiv direkt ausgeschnitten und auf Vliesofix gelegt. Bügeleisen nicht zu heiß einstellen und auf jeden Fall zwischen Fix und Eisen Backpapier legen! Die Sauerei möchte man wirklich nicht haben, glaub mir ... Nicht, dass ich damit Erfahrung hätte. Nach Anweisung überbügeln und wenigstens zwei Minuten abkühlen lassen. Das Motiv nebst Vliesofix spätestens jetzt ausschneiden (oder nachschneiden) und über das Loch legen. Drüberbügeln und wieder abkühlen lassen.


In der Zwischenzeit geht's an die Einstellungen der Nähmaschine:

- Stofftransport aus, bzw. Stichlänge auf 0 stellen
- Geradstich wählen
- Nähfußdruck herabsetzen

Die Jeans wird jetzt auf den Freiarm gefädelt, der Nähfuß gesenkt und jetzt geht es ans Malen. Der ausgeschaltete Stofftransport transportiert ja nun nicht und Dank weniger Nähfußdruck lässt sich der Stoff per Hand recht einfach bewegen. Es folgt ein leichter Druck auf das Pedal - ich fahre dabei ganz gerne im Standgas und drücke nicht voll durch - und die Umrisse des Motivs werden langsam "nachgezeichnet". Gerade, wenn man mit Kontrastfarbe arbeitet, kommt es hierbei ganz bewusst auf mangelnde Perfektion an! Die Linien sollen krumm und schief, mal nah am Rand und mal weiter davon weg sein - wir wollen ja, dass der Flicken nach kurzer Benutzung ausfranst. Das Motiv wird zwei- oder dreimal umrundet, die Naht gesichert und die Nähmaschine kann beiseite gestellt werden. Herzlichen Glückwunsch - das Loch ist gestopft!


Tochter.Groß' Hose ist eine der knallengen Sorte. Dementsprechend unter Druck sitzt sie auf dem Freiarm. Es empfiehlt sich hier, alle Nase lang anzuhalten, ggf. den Nähfuß zu heben (Vorsicht! Die Nadel sollte schon im Stoff stecken ...) und den Stoff zurecht zu ruckeln.

Nach der Pflicht folgt bekanntlich die Kür. Man schnappe sich nun einen dünnen Stift, mit dem man Jeans gut bemalen kann (ganz ehrlich - ich nehme einen Edding. Der färbt dann nachher beim Waschen auch nicht alle anderen Klamotten ein und wird im nächsten Arbeitsschritt übermalt) und male oder pause ein paar hübsche oder coole oder hippe oder gefallende Bilder auf die Jeans. Diese werden dann mit dem Pinsel Gr. 4 in schwarz angemalt. Gut durchtrocknen lassen und auf links (!) überbügeln.


Nun kommt mein persönlicher Lieblingspart - der Einsatz der Metallicfarbe. Das Glas wird gut geschüttelt und der Pinsel Gr. 6 in die wenige Farbe, die sich auf der Innenseite des Deckels findet, getupft. Tupfend geht es dann auch auf der Jeanshose weiter; das Bild wird nicht fein nachgezogen, sondern recht grob nachgetupft.


Wieder gut durchtrocknen lassen und auf links bügeln, um die Farbe entgültig zu fixieren. Die Metallicfarbe löst sich nach einigen Wäschen leider ein wenig ab. Ich tupfe alle paar Wochen mal nach. Da die Farbe aber ja eh nur getupft wird, fällt der nun gebrauchte Usedlook gar nicht weiter auf und ist weiterhin schick.

Wer nun noch mag, schneidet ein wenig Webband in die gewünschte Länge, klebt es auf Stylefix und näht das dann auch noch an die Jeans. So hatte ich es eigentlich vor, wie ihr ja oben schon seht - leider wollte Tochter.Groß das dann nicht. Dafür trug sie ihre "neue" Jeans gleich mit (Pü)Rehpulli spazieren und erklärte Wünsche für weitere punktuelle Verhübschungen.


Ich hoffe, das Tutorial hat gefallen, vielleicht gelehrt und wird sogar nachgemacht.

Viele Grüße, Jasmin

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